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Wissenschaft & Forschung
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Gegründet im Jahr 2022, basiert unsere Initiative auf der praktischen Arbeit mit Landwirt.innen, Experten und Expertinnen, die mehr als bestehende Haltungs- und Tierschutzkennzeichnungen berücksichtigen.
Wir nutzen nicht nur unabhängiges Expertenwissen, sondern schaffen vor allem die digitale Architektur, um dessen Empfehlungen auch praktisch, dynamisch und auditierbar umzusetzen. Während klassische Labelsysteme trotz Expertenwissen meist nur starre Haltungs- und Zollstockkriterien nutzen, kann die Tierwohl-Lupe über digitale Metakonvertibilität auch dynamische Ergebnisindikatoren wie Tiergesundheit integrieren.
Im Folgenden werden wir einige unserer wissenschaftlichen Quellen und Experten deren Publikationen wir folgen und versuchen umzusetzen vorstellen. Diese Experten widmen sich intensiv einem fortschrittlichen Tierwohl, welches weit über die Haltung hinausgeht.
Aus dem Buch „DER SUPERMARKTKOMPASS“
Zitat von Thilo Bode, Gründer von Foodwatch und ehemaliger Geschäftsführer von Greenpeace:
Seit vielen Jahren predigt Albert Sundrum, Tierarzt und Professor für Tiergesundheit an der Universität Kassel, dass allein die Art der Haltung von Nutztieren wenig bis gar nicht mit ihrem Wohlergehen zu tun hat. … Keine Eltern kämen auf die Idee, dass sich die Unterrichtsqualität in der Schule ihrer Kinder … verbessert, wenn nur das Klassenzimmer vergrößert … wird. … Nicht die Haltungsbedingungen, sondern die Gesundheit der Tiere, ob Bio oder konventionell, können gute von schlechter Arbeit unterscheiden. Das wäre echt fairer Wettbewerb um Qualität.
Tierwohl-Wissenschaftsnetzwerk
Tierbezogene Ergebnisindikatoren
Über das Nationale-Tierwohl-Monitoring
Wir schließen eine Lücke zwischen Haltungskennzeichnung und Tierwohlmessung: Während etablierte Kennzeichnungssysteme insbesondere Anforderungen an Haltung und Management abbilden, entwickelt sich die wissenschaftliche und regulatorische Tierwohlbewertung zunehmend in Richtung tierbezogener Ergebnisindikatoren (Animal-Based Measures).Wir machen diese Entwicklung für die Wertschöpfungskette nutzbar.
Diese Entwicklung ist keine Einzelmeinung. Sie wird seit vielen Jahren durch europäische und nationale Forschung sowie durch wissenschaftliche Arbeiten im Auftrag politischer Institutionen vorangetrieben:
• EFSA – Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit: Die EFSA definiert Animal-Based Measures als standardisierte Verfahren, mit denen Tierwohl anhand der Reaktionen und des tatsächlichen Zustands des Tieres bewertet wird. In ihren wissenschaftlichen Bewertungen definiert Sie Ergebnisindikatoren um das Tierwohlniveau der Herkunftsbestände zu überwachen.
• Europäische Kommission – EU Platform on Animal Welfare: Die Kommission hat eine eigene Expertengruppe zu Animal Welfare Policy Indicators eingerichtet. Sie soll aussagekräftige Indikatoren und Methoden entwickeln, mit denen Tierwohl für die europäische Politik erhoben, zusammengeführt und interpretiert werden kann.
• aWISH – Animal Welfare Indicators at the SlaughterHouse: Das von der EU geförderte Horizon-Europe-Projekt entwickelt eine großflächige, automatisierte Erfassung tierbezogener Tierwohlindikatoren bei Schweinen und Masthühnern. Daten aus Landwirtschaft, Transport und insbesondere Schlachthof sollen zusammengeführt und mithilfe neuer Sensorik und KI ausgewertet werden. Die Systeme werden in sechs europäischen Schlachthöfen und deren Lieferketten erprobt.
• Welfare Quality®: Bereits das große europäische Forschungsprojekt Welfare Quality entwickelte eine wissenschaftliche Systematik zur Beurteilung des tatsächlichen Tierwohls, beteiligt waren 44 Partner aus zahlreichen europäischen und außereuropäischen Ländern.
• AWIN – Animal Welfare Indicators: Das EU-Forschungsprojekt widmete sich ausdrücklich der Entwicklung, Integration und Verbreitung tierbezogener Tierwohlindikatoren, einschließlich Gesundheitsindikatoren.
• ClearFarm: Das EU-Forschungsprojekt kombinierte Precision Livestock Farming, Sensordaten und tierbezogene Daten, um Tierwohl bei Schweinen und Milchkühen kontinuierlicher bewerten und die Ergebnisse entlang der Wertschöpfungskette bis zum Verbraucher nutzbar machen zu können.
• PPILOW – Poultry and Pig Low-input and Organic production systems’ Welfare: Für ökologische und extensive Haltungssysteme untersucht dieses geförderte Projekt zusätzliche Instrumente zur Tierwohlbewertung und Tierwohlverbesserung bei Schweinen und Geflügel. Damit wird deutlich: Auch die Einhaltung eines bestimmten Haltungssystems oder des Öko-Standards beendet die wissenschaftliche Frage nach dem tatsächlich erreichten Tierwohl nicht.
• NaTiMon – Nationales Tierwohl-Monitoring: In Deutschland wurden im Auftrag des Bundes die Grundlagen für ein regelmäßiges, indikatorengestütztes Tierwohl-Monitoring entwickelt. Betrachtet werden tier-, management- und ressourcenbezogene Indikatoren aus den Bereichen Gesundheit, Verhalten und Emotionen – über Haltung, Transport und Schlachtung hinweg.
• EFSA im Auftrag der Europäischen Kommission: Die aktuelle europäische wissenschaftliche Beratung geht noch weiter. Bei Schweinen definiert die EFSA besonders geeignete tierbezogene Indikatoren und empfiehlt harmonisierte Bewertungssysteme sowie die Entwicklung automatisierter und kontinuierlicher Erfassungssysteme. Vergleichbare Ansätze verfolgt die EFSA auch für Geflügel und weitere Tierarten.
Die gemeinsame Richtung dieser Experten Arbeiten ist eindeutig: Tierbezogene Ergebnisindikatoren sind die Zukunft.
Genau hier setzt die Tierwohl-Lupe an: Sie ersetzt bestehende Haltungskennzeichnungen nicht, sondern ergänzt die Beschreibung der Haltungsbedingungen um die wissenschaftlich zunehmend relevante Frage nach Ergebnisindikatoren.
Fallbeispiel: Das „Nationales Tierwohl-Monitoring“ (NaTiMon) stellt eine bemerkenswerte Initiative aus über 10 wissenschaftlichen Institutionen dar, die darauf abzielt, über den aktuellen Stand und die Entwicklung des Tierwohls in der Nutztierhaltung zu berichten. Unter der Federführung eines interdisziplinären Teams, wird dieses ambitionierte Vorhaben in die Tat umgesetzt und es wurden allein im Bereich Schwein über 1.400 Tierwohlindikatoren erfasst und in der Datenbank für jeden einsehbar veröffentlicht.
Im Projektkonsortium vertreten sind renommierte Einrichtungen wie die Tierärztliche Hochschule Hannover, das Friedrich-Loeffler-Institut für Tierhaltung und Tierwohl, die Universität Kiel (Institut für Tierzucht und Tierhaltung), der Lehrstuhl für Tierhaltung und Produkte an der Universität Osnabrück sowie die Humboldt-Universität zu Berlin (Abteilung für Tierhaltungssysteme und Ethologie), das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, Fischereiökologie und Ökologischen Landbau, das Statistische Bundesamt und das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft.
Die Tierwohlpunkte konnten bereits Teile der gesammelten Tierwohl-Kriterien messbar machen. Seit der Gründung konnten wir dadurch die Tierwohlpunktekriterien massiv erhöhen, gestartet mit den 25 bekannten Tierwohlkriterien aus dem EU-Bio-Siegel, konnten wir mit Hilfe wissenschaftlicher Quellen und Experten bereits über 100 Tierwohlkriterien messbar machen.
Seit 2026 haben wir u.a. deshalb das Projekt KI Tierwohl gestartet, den KI ermöglicht es weitere Kriterien zu integrieren.
Zu Projektpartnern zählen Dr. Stefanie Retz von trafo:agrar (Universität Vechta), Prof. Dr. Diana Meemken (Freie Universität Berlin), die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Johannes Schmidt-Moosing (VetVise GmbH) sowie die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT). Die TVT wird durch Prof. Dr. Thomas Blaha, der zugleich der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover angehört, und Dr. Andreas Franzky vertreten. Ergänzt wird das Konsortium durch weitere beratende Tierärzt:innen und durch die Projektinitiatoren Metzgerei Esser und das Kompetenzzentrum Landwirtschaft der Rewe Group. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit gewährleistet von Beginn an einen engen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und stellt die Praxistauglichkeit der Ergebnisse sicher.
Mit Kamera- und Sensortechnik Tierwohl auf ein neues Niveau heben
KI kann künftig neue Maßstäbe bei der Bewertung von Tierwohlbefinden und Tiergesundheit setzen. Ziel des Projekts ist es, das Potenzial von Kamera- und Sensortechnologie unter Praxisbedingungen in der Nutztierhaltung zu untersuchen und daraus belastbare, valide Erkenntnisse für Landwirtschaft, Tierärzte, Handel und Verbraucher:innen abzuleiten. Die technische Grundlage des Projekts bildet die von VetVise bereitgestellte Kameratechnologie, die für die Erhebung und Analyse der Projektdaten eingesetzt wird.
Der Einsatz von KI-Technologie soll Landwirt:innen im Betriebsalltag dabei unterstützen, das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Nutztiere kontinuierlich im Blick zu behalten, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Eine interoperable Datengrundlage würde erstmalig eine Erfolgsmessung anstatt nur Einhaltung von Vorgaben ermöglichen.
„Ich bin überzeugt, dass Künstliche Intelligenz Tierwohl nachhaltig verändern kann. Sie eröffnet die Chance, Tiere noch besser zu verstehen und ihre Bedürfnisse stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Wenn wir die Technologie verantwortungsvoll einsetzen, können wir Tierwohl und Tiergesundheit auf ein neues Niveau heben und gleichzeitig Landwirt:innen bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen“, sagt Max Esser-Geneschen.
Prof. Dr. Thomas Blaha, Vorstandsmitglied der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT), ordnet die Bedeutung des Forschungsvorhabens für die Praxis ein:
„Besonders wertvoll ist es, dass das Kompetenzzentrum Landwirtschaft Akteure aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Tiermedizin und Handel zusammenbringt. Durch diesen interdisziplinären Ansatz lässt sich fundiert bewerten, welchen Beitrag KI für Tiergesundheit leisten kann. Wenn es gelingt, Veränderungen im Verhalten von Tieren früher zu erkennen, können wir schneller reagieren und gezielter handeln.“
Die Verantwortung für das Tierwohlbefinden bleibt dabei jederzeit beim Menschen. Im Fokus des Projekts steht, Potenziale und Grenzen KI-basierter Analysen unter Praxisbedingungen wissenschaftlich einzuordnen und belastbare Erkenntnisse für ihren zukünftigen Einsatz in der Nutztierhaltung zu gewinnen. Diese sollen dazu beitragen, datenbasierte Ansätze im Bereich Tierwohl und Tiergesundheit weiterzuentwickeln.
700+Wissenschaftler:innen für weltweites Tierwohl:
die DUBLINER DEKLARATION
Dubliner Deklaration
Die Dubliner Deklaration ist ein Warnruf an unsere Gesellschaft, dass wir die Tierhaltung aus wissenschaftlicher Sicht falsch und populistisch behandeln. Damit werden ausdrücklich beide Seiten der Tierwohl-Debatte kritisiert. Nicht nur das bestehende Tierwohl-Labels selten wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, sondern auch das die Fleisch-Gegner zunehmend jeder Verbesserung im Wege stehen und viele Diskussionen von Tierrechtlern den Tieren mittlerweile mehr schaden als nützen. Es sollte wieder um das Tierwohl gehen und nicht mehr wie aktuell um maximalen Umsatz und Spenden. Weder die Nachhaltigkeit noch das Tierwohl in der Tierhaltung wird aktuell auf Basis von wissenschaftlichen Evidenzen oder Beweisen diskutiert, sondern über 700 Wissenschaftler weltweit bestätigen, dass es nur noch eine oberflächliche und meist einseitig und dadurch falsche Beschreibung der Tierhaltung gibt. Tierwohl ist mehr als nur eine Frage der Haltung und Tierwohl kann und wird den Klimawandeln mit bekämpfen.
Die Nutztierhaltung muss auf der Grundlage höchster wissenschaftlicher Standards weiterentwickelt werden. Sie ist für die Gesellschaft zu kostbar, um Opfer von Vereinfachung, Reduktion oder Fanatismus zu werden. Diese Erklärung soll den vielen Wissenschaftlern weltweit eine Stimme geben, die in den verschiedenen Disziplinen fleißig, ehrlich und erfolgreich forschen, um zu einem ausgewogenen Blick auf die Zukunft der Nutztierhaltung zu gelangen.
Nutz- und Herdentiere sind für die Aufrechterhaltung eines Kreislaufs von Materialien in der Landwirtschaft unersetzlich, indem sie die großen Mengen an ungenießbarer Biomasse, die als Nebenprodukte bei der Produktion von Lebensmitteln für die menschliche Ernährung anfallen, auf verschiedene Weise recyceln. Nutztiere sind optimal aufgestellt, um diese Stoffe wieder in den natürlichen Kreislauf umzuwandeln und gleichzeitig hochwertige Lebensmittel zu produzieren. Insbesondere Wiederkäuer sind auch in der Lage, marginale Flächen aufzuwerten, die nicht für die direkte menschliche Nahrungsproduktion geeignet sind. Darüber hinaus können gut bewirtschaftete Tierhaltungssysteme, die agrarökologische Prinzipien anwenden, viele weitere Vorteile generieren, darunter Kohlenstoffbindung, verbesserte Bodengesundheit, Biodiversität, Schutz von Wassereinzugsgebieten und die Bereitstellung wichtiger Ökosystemleistungen.
Über 700 Wissenschaftler weltweit haben sich zusammengetan, um wieder eine evidenzbasierte und wissenschaftliche begründete Tierwohldebatte zu fordern. Foodwatch betitelt die Situation folgendermaßen: „Die Debatte um Tiergesundheit erinnert an die Klimakrise: die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig, werden aber politisch ignoriert“
Die Basis für nahezu alle Tierwohl-Initiativen:
Die Fünf Freiheiten
Fünf Freiheiten
In den 1980er-Jahren entwickelte der britische Farm Animal Welfare Council (FAWC) das Konzept der „Fünf Freiheiten“. Es bildet die Grundlage für fast alle Bewertungssysteme für Tierwohl bzw. Tiergerechtigkeit und beweist warum ein reiner Haltungsfokus sogar dem Tier schaden kann. Der wichtigste Beitrag der Fünf Freiheiten ist aber der Vergleich mit der Natur, dieser Ansatz unterscheidet sich zu vielen anderen Tierwohldefinitionen darin, dass er zeigt, dass es Tieren in der Nutztierhaltung auch deutlich besser als in der freien Natur gehen kann.
Dieser sachliche Vergleich ist auch dringend notwendig in den emotional geführten Schlachthausverboten, der Unterschied zwischen schlachten und töten ist die vorangegangene Betäubung durch den Menschen, welche es in der Natur nicht gibt. Jede Form der menschlichen Schlachtung ist kontrollierter und schmerzreduzierender als der natürliche Tod durch einen Fressfeind/Erschöpfung und es sollte darum gehen, diese Prozesse noch weiter zu verbessern.
Folgende fünf Freiheiten gibt es:
1. Freiheit von Hunger und Durst – die Tiere haben Zugang zu frischem Wasser und gesundem, gehaltvollem Futter.
2. Freiheit von haltungsbedingten Beschwerden – die Tiere sind geeignet untergebracht, zum Beispiel auf adäquaten Liegeflächen.
3. Freiheit von Schmerz, Verletzungen und Krankheiten – die Tiere werden durch schnelle Diagnose und Behandlung versorgt.
4. Freiheit von Angst und Stress – durch Verfahren und Management werden Angst und Stress vermieden, zum Beispiel durch Verzicht auf Treibhilfen.
5. Freiheit zum Ausleben normaler Verhaltensmuster – die Tiere können sich artgemäß verhalten, zum Beispiel durch ein ausreichendes Platzangebot.
Wenn man die Fünf Freiheiten auf z.B. die staatliche Haltungskennzeichung anwendent, dann wird schnell erkennbar das die höchste Stufe einen zum Teil unüberdachten Auslauf für Schweine fordert, dieser aber in der geforderten Art und Weise bei Schweinen gegen viele Freiheiten verstößt und damit den Verbraucher täuscht in seiner Kaufentscheidung. Das normale Verhaltensmuster eines Rindes ist es auf einer Weide zu stehen, das normale Verhaltensmuster eines Wildschweines sich im Wald/Dickicht aufzuhalten. Oder haben Sie jemals ein Wildschwein auf der Weide gesehen? Wenn wir Schweine draußen halten wollen, dann brauchen diese zum Ausleben normaler Verhaltensmuster eine Imitation des Waldes/Dickichts, das hat der Staat leider verboten, da ein Dach (Blätterdach) je nach Bundesland nicht erlaubt ist.
Zusätzlich brauchen Schweine die Freiheit von haltungsbedingten Beschwerden, das wäre z.B. bei Auslaufställen eine dicke Strohdecke oder mindestens eine geeignete Genetik, damit die Tiere nicht frieren. Während sogar das Industrielabel Haltungsform beim Auslauf eine Strohmatte fordert, hat die staatliche Haltungskennzeichnung diese ohne erkennbare Gründe gestrichen. Zusätzlich werden haarlose Industrierassen erlaubt, welche für eine Auslaufhaltung gar nicht geeignet sind. Die Tierwohllupe honoriert deshalb nicht nur Strohmatten, sondern auch robuste Rassen und überdachte Ausläufe für Schweine, welche den Wald und damit das natürliche Habitat imitieren.
Doch auch die fünf Freiheiten sind nicht ausreichend, wie viele Wissenschaftler wie Steven P. McCulloch 2012 beweisen konnten. Deshalb entwickelten die Wissenschaftlerinnen Anrdt, Goerlich und van der Staay 2022 die dynamischen Fünf Freiheiten, welche interne und externe Faktoren und die Adaptierfähigkeit der Tiere berücksichtigt, welches ein Grundprinzip der Tierwohllupe ist.
Greenpeace, Foodwatch & Vier Pfoten fordern:
+Tiergesundheit
Interessante Beiträge
zur Arbeit der Dubliner Deklaration
Die EU-Kommission entwickelt ein EU-weites, wissenschaftsbasiertes Tierwohlkennzeichen und koordiniert dafür thematische Expertengruppen.
Pressemeldung
Im Bereich „Animal Welfare Labelling“ prüft die Kommission ein EU-weites Tierwohlkennzeichen und entwickelte dafür die Tierwohllupe als Meta-Label.
tierwohllupe.de hat das erste deutsche Tierwohl-siegel entwickelt, dass die Tiergesundheit berücksichtigt
Ein großer Teil der Wild-, Haus- und Nutztiere leidet unter vermeidbaren Krankheiten. Gemeinsam mit Greenpeace und Vier Pfoten fordert foodwatch daher ein bundesweites, betriebsgenaues Tiergesundheitsmonitoring sowie verbindliche Vorgaben für die Verbesserung der Gesundheit von Nutztieren, um den Landwirten endlich eine Orientierung und Unterstützung.
Und das nationale Tierwohlmonitoring hat zusammen mit der Borchert Kommission 2023 ausreichend Lösungen vorgeschlagen, dies umzusetzen.
Das nationale Tierwohlmonitoring hat in seinem Abschlussbericht leider feststellen müssen, dass eine Haltungskennzeichnung fast alles ignoriert, was vorgeschlagen wurde.
Der Tierschutzverein Pro Vieh betitelt 2023 die staatliche Haltungskennzeichnung sogar als Verbrauchertäuschung und diese ist nicht Vereinbar mit dem Koalitionsvertrag : „Wir erarbeiten eine Tiergesundheitsstrategie und etablieren eine umfassende Datenbank“.
Die staatliche Haltungskennzeichnung zeichnet Landwirte ausschließlich aufgrund ihrer baulichen Situation aus, diese wird aber in 90% der Fälle vom Bauamt gar nicht genehmigt. Uns liegen schriftliche Unterlagen von Bauämtern und Landwirtschaftskammern vor (19.09.2023), die Landwirte dazu drängen wollen Ihren Tieren nicht mehr Platz zu geben, als nötig und die Genehmigung verweigern, wenn die Tiere zu viel Platz haben.
Tierwohl ist mehr als nur eine Frage der Haltung!
Ein eindrucksvolle Zusammenfassung zeigt der „Tierleid im Einkaufskorb“-Report von Foodwatch, in dem gezeigt wird warum alle Haltungsformen Nutztiere krank machen können und warum es ein System wie die Tierwohllupe braucht, die die vorgeschlagenen Maßnahmen erstmalig umsetzen. Dafür wurden 14 wissenschaftliche Studien von über 30 Wissenschaftler ausgewertet, welche im Report auch aufgelistet sind.
Wir haben z.B. zusammen mit dem Verfasser der Studie, Prof Dr Sundrum, unsere Tiergesundheitsmessung abgestimmt und anhand seines Feedbacks ermittelt.
Es gibt noch zahlreiche beeindruckende Menschen, die uns auf unserem Weg inspirieren und prägen. Wir verfolgen ihre Arbeit mit größtem Respekt und Bewunderung, aber hatten leider noch nicht die Chance direkten Kontakt zu haben.
Wir sind überzeugt von der Bedeutung ihrer Beiträge und möchten einige hier vorstellen und ihnen unsere Anerkennung aussprechen.
Professorin an der Universität Kopenhagen
Elodie Briefer
Die Forschung von Elodie Briefer von der Universität Kopenhagen hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt, warum sich Tierwohl-Siegel mit modernen Technologien wie künstlicher Intelligenz und digitaler Datenverarbeitung auseinandersetzen müssen. Tierwohl ist messbar und durch das Zuhören und die Entwicklung eines Algorithmus zur Übersetzung und Messung der Grunzgeräusche der Tiere können wir neue Dimensionen des Tierwohls erschließen. Die Technik schreitet voran und wir sind fest entschlossen, diese neuen Erkenntnisse in unsere Tierwohllupe einzubinden, sobald die technischen Hürden überwunden sind. Elodie Briefer könnte die Grundlage dafür entdeckt haben, wie wir Tiere endlich zu einem Feedback für Ihr Tierwohl befragen könnten. Unter anderem diese Entwicklungen überzeugten uns, warum es endlich ein Technologie offenes Nachhaltigkeitslabel braucht, was auch die Arbeit von Elodie Briefer berücksichtigen und fördern kann! Wir haben deshalb 2026 unser KI-Tierwohlprojekt gestartet um diesem Ziel näher zu kommen.
Photo: Kristian Bjørn-Hansen, Copenhagen University
Tierschützerin
Temple Grandin
Temple Grandin ist der perfekte Beweis, warum wir Tierwohlaudits bisher oft falsch gedacht haben. Sie ist eine autistische Tierschützerin, die versucht aus Sicht des Tieres zu denken und wenn notwendig auch auf allen Vieren durch einen zertifizierten Tierwohl-Schlachthof geht und Verbesserungen für Tiere findet. Sie schlägt Maßnahmen vor, die traditionelle Audit-Systemen nur schlecht erfassen können.
Ihre Arbeit beweist unserer Meinung nach, dass unsere bisherigen Systeme zu sehr die menschliche Perspektive und zu wenig die Perspektive der einzelnen Tierarten einnehmen. Ob Rinder, Schweine oder Hühner, bei allen wird aktuell die Freilandhaltung als perfekt abgestempelt, diese Vereinfachung wird den komplexen und individuellen Ansprüchen einer Tierart nicht gerecht. Eine Weidehaltung ist bei einem Rind deutlich höher zu gewichten als bei einem Waldbewohner wie einem Schwein.
